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Dankbarkeit als tägliche Übung mit Kindern

Nicht die Glücklichen sind dankbar.
Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.

Francis Bacon

Schon Philosophen, Schriftsteller und Großmütter haben uns geraten, stets dankbar zu sein, das Positive zu sehen und abends den Tag mit einem positiven Rückblick ausklingen zu lassen. Dass Dankbarkeit einen positiven Einfluss auf unser Leben haben kann, ist inzwischen wissenschaftlich belegt. Einer der ersten Forscher, der sich mit diesem Thema beschäftigt hat, ist Robert Emmons. In zahlreichen Studien zum Thema konnte Emmons gemeinsam mit anderen Kollegen beweisen, dass Menschen mit einer täglichen Dankbarkeitspraxis gesünder, optimistischer und glücklicher sind, als Menschen in Vergleichsgruppen.

Auch Kinder können Dankbarkeit lernen

In einer 2008 von Froh, Sefick, und Emmons veröffentlichten Studie im Journal of School Psychology wurde außerdem belegt, dass Dankbarkeit auch bei Schulkindern Optimismus und Zufriedenheit fördert sowie zu einer Verminderung negativer Gemütserregung beiträgt.

Es stellt sich also die Frage, wie Sie Ihre Kinder dabei unterstützen können, Dankbarkeit zu empfinden. Dabei geht es gar nicht darum, diese ständig zu verbalisieren oder wiederwillig „Danke“ zu sagen, wenn es erwartet wird. Viel mehr soll der positive Blick auf die täglichen Dinge und Ereignisse gestärkt, das Gefühl der Dankbarkeit entwickelt und damit Optimismus und eine positive Grundeinstellung gefestigt werden. Indem wir die positiven Dinge wahrnehmen und wertschätzen, mögen diese noch so klein und unwichtig erscheinen, treten negative Erfahrungen in den Hintergrund.

Leben Sie Dankbarkeit vor

Auch in diesem Bereich spielt Ihre Vorbildfunktion wieder eine entscheidende Rolle. Reden Sie mit Ihrem Nachwuchs über die Sachen, für die Sie dankbar sind, auch und ganz besonders, wenn es sich dabei „nur” um Kleinigkeiten handelt. Zeigen Sie Wertschätzung für ein leckeres Essen, die gemeinsame Zeit mit der Familie oder das schöne Wetter. Reduzieren Sie Ihre Dankbarkeit nicht auf materielle Dinge, sondern stellen Sie auch Begebenheiten, Ereignisse, die Gesundheit oder eine schöne Zeit in den Vordergrund. Ihre Kinder verstehen das oft ganz intuitiv und lernen so, dass man für alles Dankbarkeit empfinden kann.

Den Dankbarkeitsmuskel entwickeln

Das Gefühl der Dankbarkeit zu entwickeln und die positiven Dinge im Tagesablauf zu erkennen und wertzuschätzen, ist am Anfang vielleicht manchmal nicht ganz einfach, benötigt etwas Übung und regelmäßige Erinnerung, wird mit der Zeit aber immer leichter. Mit einem einfachen „Trick” können Sie Ihrem Kind dabei helfen.

Suchen Sie gemeinsam mit Ihren Kleinen drei schöne Steine, die bequem in die Hosen- oder Jackentasche passen. Alternativ gehen auch Murmeln oder andere kleine Gegenstände. Erklären Sie Ihrem Kind dann, dass es die Steine morgens in die rechte Tasche stecken soll und jedesmal, wenn es etwas Schönes erlebt oder für irgendetwas dankbar ist, wird ein Stein von der rechten in die linke Tasche gelegt. Ziel ist es, dass am Abend alle Steine in der linke Tasche gewandert sind. Dabei spielt es keine Rolle, wie groß oder klein der Anlass ist, um einen Stein von rechts nach links zu legen.

Ein schöner Tagesabschluss ist es dann, abends gemeinsam zu besprechen, für was Ihr Sohn oder Ihre Tochter dankbar war und in welchen Situationen die Steine die Tasche gewechselt haben. Natürlich kann die Anzahl der Steine auch variieren, das Ganze sollte jedoch nicht in Stress ausarten.

Das Dankbarkeitstagebuch

Eine weitere Möglichkeit, Dankbarkeit zu üben, ist das Führen eines Dankbarkeitstagebuchs. Je nach Alter des Kindes kann dies ganz unterschiedlich aussehen. Bei kleineren Kindern im Vorschulalter kann man gemeinsam Bilder malen und diese als Erinnerung aufbewahren. Für ältere Kinder oder Jugendliche gibt es zahlreiche Bücher, die liebevoll gestaltet sind, einen groben Rahmen vorgeben und zum täglichen Eintragen einladen. Es geht aber auch ganz einfach in einem Notizbuch oder auf losen Blättern, die man dann in einem Glas oder in einer Box sammelt.

Ideal ist es, wenn man sich vor dem Schlafengehen ein paar Minuten Zeit nimmt und mindestens drei Dinge notiert, für die man an diesem Tag dankbar war. Damit schließt man den Tag mit positiven Gedanken ab und lässt negative Erfahrungen hinter sich. Es ist nicht wichtig dabei, Romane zu schreiben, Stichpunkte reichen vollkommen aus. Man sollte die Dankbarkeit aber wirklich fühlen und nicht einfach nur des Schreibens Willen etwas zu Papier bringen. Anfangs ist es vielleicht gar nicht so einfach, drei Sachen zu finden, für die man wirklich Dankbarkeit empfindet. Mit der Zeit wird es aber zur Selbstverständlichkeit und man erkennt schon im Laufe des Tages die Dinge, für die man dankbar ist und man am Abend gern aufschreiben will. Und das ist es ja, worum es geht: Die Achtsamkeit für positive Situationen soll geschult werden. Außerdem kann sich Ihr Nachwuchs die positiven Notizen immer wieder durch­le­sen. Beson­ders in Zeiten, in denen es nicht so gut läuft, kann das Tagebuch helfen, die posi­ti­ven Dinge nicht aus den Augen zu verlieren.

Die Dankbarkeitsmeditation

Eine Dankbarkeitsmeditation ist ein wundervoller Start oder Abschluss eines Tages. Bei dieser Mediation geht es darum, eine Person, eine besondere Situation oder auch einen Gegenstand zu visualisieren, für den man besonders dankbar ist. Kindern fällt das Visualisieren in der Regel sehr leicht. Leiten Sie Ihr Kind während der Meditation sanft an oder vielleicht meditieren Sie sogar gemeinsam und ermutigen Sie Ihren Nachwuchs, die Dankbarkeit zu fühlen und sich der Situation ganz hinzugeben.

Sollte es Ihnen schwer fallen, eine Dankbarkeitsmediation anzuleiten, finden Sie übrigens auch in der BuddhaBoo-App entsprechende Übungen, um unsere jungen Nutzer an das Thema Dankbarkeit heranzuführen.

Published inFamilie