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Achtsamkeit als Pflichtfach in der Schule?

England macht es vor und führt das Fach “Achtsamkeit” an vielen Schulen ein, um der steigenden Zahl psychischer Erkrankungen entgegenzuwirken.

Abgesehen von Angststörungen als ernsthafte psychische Erkrankungen, haben Kinder heutzutage bereits immer mehr Ängste in ihrem Alltag. Leistungsdruck in der Schule, Versagensängste und ein stressiger Tagesablauf sind nur einige davon.

In Deutschland empfinden laut DAK-Präventionsradar Welle 3 (2018/2019) 42 % der Kinder und Jugendlichen oft oder sehr oft Stress. Im Jugendalter nimmt die Stressbelastung schließlich weiter zu.
Auch in Großbritannien sehen die Zahlen ähnlich aus: eine Studie von 2019 des University College London zeigt, dass viele Teenager mit Depressionen zu kämpfen haben, wobei die Zahl bei den Mädchen sogar doppelt so hoch wie bei Jungen ist. 

Großbritannien hat deshalb durchgegriffen und setzt heute mehr als 2.000 ausgebildete Achtsamkeitstrainer:innen an Schulen im ganzen Land ein. Damit wird auf die steigenden Zahlen von Kindern und Jugendlichen reagiert, die an psychischen Erkrankungen leiden. Gerade die heutige Wettbewerbsgesellschaft treibt den psychischen Druck und damit solche Krankheiten weiter voran.

So soll in Großbritannien durch die Inhalte des Fachs “Achtsamkeit” mehr Entspannung und Ausgleich zum Schulalltag geboten werden. Inhalte dieser Schulstunden sind zum Beispiel gemeinsames Meditieren, das Ausdrücken und Steuern von Emotionen, der Umgang mit herausfordernden Situationen, Erklärungen wie unser Gehirn eigentlich funktioniert sowie Entspannungs- und Atemübungen.
Durch diese Unterrichtseinheiten wird zwar Zeit investiert, die von anderen Fächern abgeht, jedoch seien die Kinder und Jugendlichen nach den Achtsamkeitsstunden wesentlich konzentrierter und könnten die Zeit so einfach wieder aufholen. 

Aber nicht nur Kindern geht es mit dem Umgang von Stress so, gerade auch am Arbeitsplatz steigt die Anzahl von Fehltagen aufgrund psychischer Belastungen. Durch das Erlernen von Techniken für mehr Achtsamkeit und Entspannung bereits in der Schule, können diese mit ins Arbeitsleben genommen und später weiter angewendet werden.

Na wie wär´s Deutschland? Achtsamkeit als Pflichtfach in der Schule würde auf jeden Fall auch bei uns Sinn machen. In Deutschland wird jedoch leider noch nicht flächendeckend ein solches Schulfach angeboten.
Es gibt allerdings einige Pilotprojekte, die ähnlich wie das Fach in England funktionieren. So gibt es zum Beispiel die “stillen Pausen” an einer Schule in Frankfurt. Bei jüngeren Kindern wird dort mit einfachen Übungen zwischendurch begonnen, welche bei den älteren weiter durch Theorie ergänzt werden. So soll Reizüberflutung minimiert werden, um sich selbst besser wahrzunehmen und dementsprechend zu handeln. Auch bei diesem Projekt sind sehr positive Auswirkungen zu beobachten.

Sofern es in Deutschland kein übergreifendes Schulfach für mehr Achtsamkeit gibt, kann auch Zuhause angefangen werden diese zu trainieren. Eingesetzt werden können zum Beispiel Meditationen oder Fantasiereisen für Kinder, Kinder Yoga oder Affirmationen, die den Selbstwert und Mut stärken.  Die Übungen müssen dabei überhaupt keinen spirituellen Charakter haben, achtsam im Moment zu sein und Stress zu minimieren, geht auch so. Vielleicht kann auch die BuddhaBoo App dabei ein hilfreicher Begleiter sein.

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